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Konsignationslager als Modell zur Bestands- und Kostensenkung

Erschienen in "IPL-Magazin 23 | April 2013 | IPL Gastautor: Rolf Kupek, Geschäftsführer Kupek GmbH"

Konsignationslager als Modell zur Bestands- und Kostensenkung

Jedes gut gefüllte Lager bedeutet gleichzeitig Kapitalbindung. Je länger die Liegezeiten und die Reichweiten, desto höher das gebundene Kapital. Nicht wirklich benötigte Sicherheitsbestände, Nichtdreher und nicht mehr benötigte oder verkaufbare Waren belasten die Bilanz zusätzlich. Hohe Lagerbestände verdecken Probleme in der Prozesskette. Einen Lösungsansatz für diese Problemstellung bietet die Einrichtung von Konsignationslagern.

Das Konsignationslager ist eine Variante der Lagerstrategie, bei der der Lieferant verantwortlich für die Ware bleibt, bis der Kunde diese verbraucht. Rechtlich bleibt der Lieferant Eigentümer der Ware. Besitzer der Ware ist der Kunde, solange sich die Ware in seinem Lager befindet. Bei physischer Warenentnahme geht das Eigentum an den Kunden über.

graphik konsignationslagerAbb.1: Durch Bestandsreduzierungen kommen Prozessstörungen zum Vorschein und können beseitigt werden.
Besonders wirkungsvoll wird diese Lagermethode, wenn sie mit Vendor Managed Inventory (VMI) verknüpft wird. Das heißt, der Lieferant bekommt Zugriff auf das ERP- oder Lagerverwaltungssystem des Kunden und disponiert Bestände und Nachlieferungen eigenverantwortlich innerhalb definierter Regeln und Grenzen.

Die Vorteile für den Kunden stoßen allerdings beim Lieferanten nicht immer auf Gegenliebe. Denn außer einer höheren Bindung an den Kunden hat er kaum Vorteile von dieser Form der Zusammenarbeit. Besonders bei kundenspezifischen Teilen, für die es außerhalb der Geschäftsbeziehung keine oder nur geringe Absatzmärkte gibt, steigt für ihn das Risiko. In der Regel müssen die Konsignationsbestände ebenfalls finanziert werden und stehen nun in der Bilanz des Lieferanten. Wenn die Finanzierungskosten nicht zu Lasten der Marge des Lieferanten gehen sollen, müssen diese an den Kunden weitergereicht werden.

Erfolge mit Konsilagern und VMI zeigen sich bei Partnern, die offen und ehrlich an einer Kooperation interessiert sind, ihr Wissen und Können zusammenführen, ein einheitliches Prozessverständnis entwickeln und Verständnis für die Position des Gegenübers aufbauen. Dem Informationsfluss über Schnittstellen und Firmengrenzen hinweg gebührt besondere Aufmerksamkeit. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Lagerbeständen, dem Sortiment und gegebenenfalls eine Bestandsoptimierung sowie die klare Definition der Workflows (Wer macht wann was?), der Schnittstellen und Kommunikationsebenen ist sehr hilfreich bei der erfolgreichen Umsetzung von neuen Logistikkonzepten. Besonderer Beachtung bedarf die Bewirtschaftung von Konsignationslagern über Ländergrenzen hinweg. Hier gelten oftmals länderspezifische Bedingungen, die unter Umständen die Wirtschaftlichkeit der Methode in Frage stellen bzw. zu erheblichen Mehraufwänden führen. Eine Abklärung mit dem Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer schafft Klarheit.

Eine Variante des Konsignationslagers stellt das Lieferanten-Logistikzentrum dar. Hier betreibt ein Dienstleister für einen oder mehrere Kunden in deren räumlicher Nähe ein Lager, das konventionell oder als Konsignationslager geführt werden kann. Sowohl Lieferanten als auch Kunden partizipieren von dieser Lösung. Neben der Einsparung von Fläche und der Variabilisierung von Kosten, kaufen sie sich modernstes Logistik Know-how von einem Spezialisten zu und können die Logistik variabel auf sich ändernde Rahmenbedingungen anpassen.

Langfristig angelegte Kunden-Lieferantenbeziehungen, die auf Vertrauen und gegenseitigen Respekt in einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit basieren, sind eine gute Voraussetzung für ein erfolgreiches Auslagern und Senken von Beständen. Aber auch das mögliche Scheitern oder die Beendigung einer Zusammenarbeit, mit der Rückführung der Bestände, sollte bedacht und vertraglich geregelt werden.

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